Stellungnahme zur letzten Ratssitzung

„Der Klimaschutz ist tot – jedenfalls in Rahden“, so die Rahdener Grünen,

„das ist doch das einzige Fazit, was man von der Abstimmung über den Erweiterungsbau der Sekundarschule in der letzten Ratssitzung erkennen kann.“

Da wird ein Großprojekt für Rahden von einem Fachplanungsbüro durchgeplant, es werden bestimmte Materialien, die sich besonders für eine Schule eignen, berücksichtigt und es wird sowohl an die Umwelt, ans Klima und vor allem an das Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler gedacht. So hatte es sich das Planungsbüro gedacht und einen entsprechenden Vorschlag der Verwaltung unterbreitet. Dieser Vorschlag wurde in diversen Ausschüssen beraten, im Allgemeinen für gut befunden und letztlich dem Rat zur finalen Abstimmung noch einmal vorgelegt. Zwar gab es für die 3 Oppositionsparteien wie der SPD, der FDP und den Grünen noch kleine Diskussionspunkte (und das muss auch so sein), aber letztendlich waren sich diese 3 Parteien doch einig, für die Zukunft der Stadt, die Zukunft der Schüler und auch für das Klima konnte man sich darauf einigen, dass der Vorschlag des Planungsbüros und auch der Verwaltung vollständig so übernommen werden soll. Ein „Leuchtturmprojekt“ sollte es werden, so war man sich schließlich einig, dass letztlich auch dazu dienen sollte, in der Zukunft vielleicht Lehrkräfte in diese Region zu ziehen, für die es Spaß macht, an einer modernen und ökologischen Schule zu unterrichten.

Doch es wird nur ein Turmprojekt, denn leuchten wird dies dank der CDU-Parteimitglieder nicht. Streitpunkt war hierbei nämlich das Gründach, das auf dem neuen Anbau der Sekundarschule von dem Planungsbüro mit eingeplant war. Schon in der vorhergehenden Ratssitzung hatte das  ausgeschiedene langjährige Ratsmitglied Hans-Eckhard Meier angemerkt, dass ein Gründach viele Vorteile bringt und nahezu wartungsfrei ist. Auch aus den Reihen der weiteren FDP, der SPD und vor allem der Grünen konnten weitere Beispiele und Argumente gebracht werden, dass ein Gründach nur Vorteile bringt. So ist wissenschaftlich erwiesen, dass sich das Raumklima erheblich verbessert, dass Räume unterhalb des Daches gerade im Sommer bis zu 1,5 Grad mehr Kühlung erfahren und dass eben ein Gründach bei einem plötzlichen Starkregen das Wasser viel besser speichern und kontrolliert abgeben kann. Sämtliche dieser Argumente wurden auch von dem unabhängigen Planungsbüro voll bestätigt.

Dennoch sah sich die CDU genötigt, hier ein Veto einzulegen. Als Argument wurde eine potentielle Einsparmöglichkeit von ca. 300.000€ angeführt. Man wolle ja mit Steuergeldern sorgsam umgehen. Bei einem Projekt mit einer Gesamtsumme von 18 Millionen Euro beträgt diese Einsparung gerade einmal 1,67%. Im Hinblick auf das Gesamtprojekt doch eigentlich eine kleine Summe. Hinzu kommt, dass der Bürgermeister Herr Dr. Honsel mehrfach betont hat, dass Rahden sich bei diesem Großprojekt nicht „übernehmen“ würde, da die Haushaltslage es problemlos zulasse und die Finanzierung für das Projekt gesichert ist. Auch zukünftige Projekte seien durch diesen Schulanbau nicht gefährdet.

Was war also tatsächlich der Grund für die Ablehnung? Bei der anschließenden Diskussion kamen aus den Reihen der CDU nur fadenscheinige Argumente über die angeblich geringere Haltbarkeit eines solchen Gründaches und über Folgekosten, die mit keinem sachlichen Argument untermauert werden konnten. Auch das Thema Einsparpotential kam bei der Diskussion vor der Abstimmung gar nicht mehr zur Sprache.

Dass die AFD hier gegenstimmt, ist ja noch nachvollziehbar, da für sie die Klimaveränderung kein Thema ist, aber das die CDU sich hier anschließt, ist meines Erachtens nur die total konservative Haltung, nur keine Veränderungen und schon gar keine „grünen“ zuzulassen.

Wo sind die Wahlversprechen von vor der letzten Kommunalwahl, wo plötzlich auch die CDU den Klimaschutz entdeckt hat? Sind die Ereignisse aus Ahrweiler schon so weit in Vergessenheit geraten? Hat der große Hagelschauer aus 2015, wo selbst in Rahden das Wasser durch die Straßen lief, die Damen und Herren aus der CDU nicht auch einmal umdenken lassen? Angeblich sollen doch immer die Grünen die großen Verhinderer sein. An diesem Beispiel wird doch eindeutig klar, wer hier die Verhinderungspolitik betreibt.

Was werden die Ratsmitglieder der CDU ihren Kindern oder ihren Enkeln erzählen, die in den Räumen der Schulgebäude sitzen, wenn weitere Wetter-Großereignisse wie Hitzesommer oder Starkregen das Klima in den Klassenräumen massiv beeinflussen? Die Chance, hier vorbeugend etwas zu tun, für die Zukunft gewappnet zu sein und wirklich ein „Leuchtturmprojekt“ mitgestaltet zu haben, die hat die CDU hier vertan.