Ein Jahr RAUKE - SPD, Grüne und FDP ziehen positives Fazit

Ein Jahr RAUKE - SPD, Grüne und FDP ziehen positives Fazit

Vor ziemlich genau einem Jahr bildete sich der „Rahdener Arbeitskreis für Umwelt, Klima und Engergie“ - kurz RAUKE.

Dieses kleine Jubiläum nutzten nun die Vertreter von SPD, Grüne und FDP zu einer Bestandsaufnahme. Udo Högemeier, Horst-Wilhelm Bruhn (beide SPD), Winrich Dodenhöft, Detlef Müller (beide Grüne), Andreas Krüger und Florian Haase (beide FDP) engagieren sich in der Gruppe. Nachdem die Einführung eines Arbeitskreises im damaligen Umweltausschuss noch mit der CDU beschlossen wurde, machte die Ratsfraktion in der entscheidenden Sitzung einen Rückzieher.

„Die Entscheidung diese Gruppe trotzdem zu gründen, war komplett richtig“, bilanziert der Grünen-Vorsitzende Winrich Dodenhöft. Man sei nicht immer einer Meinung, verstehe aber andere Ansätze und Ansichten durch den intensiven Austausch wesentlich besser. „Die Kontroverse ist für mich der größte Gewinn an dieser Arbeit. Wir halten es aus, auch mal nicht auf einen Nenner zu kommen. Beispielsweise bei Themen der Landwirtschaft oder bei Umgehungsstraßen“, nennt Andreas Krüger Beispiele für Differenzen bei einzelnen Themen. Das ändere nichts an der sehr harmonischen und vertrauensvollen Zusammenarbeit untereinander.

Denn in Summe eint die drei Parteien immer wieder das gemeinsame Ziel: ein klimafreundliches Rahden. Als größten Erfolg nennt man zwei Bausteine. „Zum Einen ist es der erfolgreiche Austausch. Das wachsende Netzwerk hilft uns enorm. Wir stehen beispielsweise mit dem Präventionsrat und dem KlimaBündnis im Kreis in Kontakt“, berichtet Udo Högemeier. Als zweites großes Zwischenziel nennt Florian Haase eine Bewusstseinsveränderung in der politischen Arbeit: „Zu Beginn unserer Arbeit hörten wir nicht nur einmal den Satz, man könne das Klima doch nicht in Rahden retten. Inhaltlich nicht falsch, aber ohne Rahden wird diese Mammutaufgabe auch nicht zwingend leichter. Diese schlichte Sichtweise hat sich aber komplett gedreht. Wir haben schon das Gefühl, das weiteste Teile der Politik und die Verwaltung mittlerweile gemeinsam an einem Strang ziehen. Auch die Zusammenarbeit mit der CDU im Umweltausschuss ist in den letzten Sitzungen sehr konstruktiv und zielführend gewesen. Wir alle haben einen gemeinsamen, verbindlichen Fahrplan.“ Zu einer engeren Zusammenarbeit wäre man nach wie vor bereit.

Dabei spielen nach Ansicht von RAUKE die Kommunen eine ganz wesentliche Rolle. „Alle Gesetze und Verordnungen sind theoretische Voraussetzungen, müssen aber in erster Linie von den Kommunen umgesetzt werden“, erklärt Winrich Dodenhöft. Nicht erst die Flutkatastrophe im letzten Jahr habe gezeigt, dass aktive Prävention vor Ort geschehen müsse. „Vorsorgemaßnahmen wie Wasserableitung und -speicherung bei Starkregen oder Kaltluft- und Ventilationszonen bei Hitzewellen sind wesentliche vor-Ort-Aufgaben“, ergänzt Detlef Müller.

Dabei ist der Gruppe Struktur und Expertise wichtig, kein kleinteiliger Aktionismus. „Die Einführung des Quartierskonzeptes ist für Rahden ein großer Meilenstein. Hier wird ganzheitlich geschaut, wo welche Energieversorgung Sinn ergibt. Zudem haben die Fachleute in anderen Kommunen bewiesen, dass es hier nicht nur ums Reden, sondern dann um das konkrete Umsetzen geht“, erwarten die sechs Vertreter große Fortschritte für eine klimaneutrale Energieversorgung in Rahden.

Man selber engagiere sich zudem im „Evolving-Regions“-Projekt (hier soll der Kreis „klimarobust und klimasmart“ aufgestellt werden) und hat sich intensiv in die Workshops des „LEADER-Programms“ eingebracht und konkrete Projektvorschläge ausgearbeitet. „Auch hier ist übrigens unsere Verwaltung stark und engagiert vertreten. Rahden beteiligt sich dadurch sehr intensiv an diesen Themen“, sagt Haase.

Im zweiten Jahr möchte RAUKE noch konkreter in der politischen Arbeit werden. „Wir haben in vielen Treffen ein hohes Maß an Expertise aufgebaut. Das wollen wir nun weiter ausrollen“, sagt Horst-Wilhelm Bruhn. Bausteine für einen besseren Hitzeschutz in der Innenstadt, mögliche Gestaltungen zukünftiger Baugebiete und das Thema Windkraft für Rahden sind drei konkrete Projekte, die sich die Gruppe vorgenommen hat. „Bei der Windkraft, egal wie ausgestaltet, soll Rahden das Heft des Handelns möglichst in der Hand haben“, wünscht sich Högemeier. Alle genannten Themen sollen aber mit allen Beteiligten erarbeitet und ausgestaltet werden. „Wir werden große, notwendige Veränderungen nur mit- und nicht gegeneinander erreichen. Wir sind nicht nur zum Dialog bereit, wir brauchen ihn sogar“, schließt RAUKE das Ein-Jahres-Fazit.